Was will Endless Horizons?

Noch ein Rollenspiel also, aber warum solltest du Endless Horizons spielen?

Zuallererst ist Endless Horizons ein relativ klassischen Fantasy-Rollenspiel. Hinter Endless Horizons steckt dabei aber eine einfache Idee: Die Geschichte und die Charaktere sollen Vorrang haben. Die Charaktere sollen die Möglichkeit haben, sich frei zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen. Und Geschichten sollten nicht durch lange Tabellen und einengende Regeln ausgebremst werden. Eure Kreativität ist die einzige Grenze, die ihr braucht.

Und dazu muss ein Charakter aus mehr bestehen, als aus einer Hand voll Werten: Er muss einer Idee entspringen. Und damit eure Ideen auch ins Rollenspiel übernommen werden können, sind die Regeln frei, wo sie frei sein müssen und nehmen an die Hand, wo etwas mehr Hilfe nötig ist, um das Spiel im Fluss zu halten. Ihr sollt ihre Geschichten nicht nur über ein paar Wochen, sondern über Jahre hinweg erzählen und weitererzählen können.

Ihr entscheidet, wer und was ihr sein wollt. Eure Geschichte ist eure Geschichte. Erzählt sie, wie ihr es wollt!

Die Charaktere

Euer Charakter soll genau das sein: EUER Charakter! Und damit ihr eure Ideen und Vorstellungen verwirklichen könnt, braucht es Freiheiten auf der einen Seite, aber klare Regeln auf der anderen. In Endless Horizons gib es also keine Klassen, keine Archetypen oder andere Kategorisierungen, sondern jeder Charakter startet auf einer leeren Seite. Ihr bestimmt frei, welche Fähigkeiten, welchen Hintergrund und welche Stärken und Schwächen der Charakter haben soll, welchem Volk er angehört, ob Magie mit im Spiel ist, und ob er besondere Fähigkeiten hat, die ihn von anderen Charakteren unterscheiden.

Wenn euer Konzept steht, geht es an den Charakterbau. Grundsätzlich hat jeder Charakter zwölf Attribute und 48 Fertigkeiten. Aber keine Angst, es sind natürlich nicht alle Fertigkeiten für jeden Charakter wichtig. Schließlich kann nicht jeder Charakter klettern, kämpfen oder zaubern. Ihr wählt also aus, wie ihr die Fähigkeiten des Charakters ausgestalten wollt. Ihr habt dafür Weisheit zur Verfügung, die ihr ausgeben könnt, um die Attribute und Fertigkeiten eures Charakters zu steigern, aber auch um Eigenarten und Kenntnisse zu erwerben, die ihm seine Einzigartigkeit verleihen. Ist er adeliger Abstammung, oder kann er im Dunkeln sehen? Kennt er sich gut mit Pilzen aus, oder ist er ein geübter Artist? All das könnt ihr frei entscheiden und müsst euch nicht durch Tabellen arbeiten. Es gibt im Buch viele Beispiele, aber diese sollen euch nur eine Idee davon geben, was möglich sein könnte.

Jeder Charakter kann so wirklich seine eigene Geschichte erleben, ohne nur "Die Kämpferin" oder "Der Alchemist" zu sein. Und auch im Spielverlauf müsst ihr auch nicht in vorgegebene Kategorien drücken. Ihr entschiedet wofür ihr die Weisheit eures Charakters ausgebt und wen ihr spielen wollt.

Proben

Natürlich braucht ihr auch in Endless Horizons Würfel, genauer gesagt W10. Wie viele genau hängt von eurem Charakter ab. Wann immer eine Probe abgelegt werden soll, kombiniert ihr eine Fertigkeit mit einem Attribut und versucht dabei möglichst viele Erfolge zu erwürfeln. Anders als erwartet, sind diese Kombinationen aber keineswegs fest vorgegeben, sondern werden vom Spielleiter immer anhand der Situation festgelegt. Klettern kann also genauso gut gegen Geschick gewürfelt werden, wie gegen Kraft oder sogar Intuition.

Attribute und Fertigkeiten tun dabei auch verschiedene Dinge: Die Fertigkeit bestimmt, wie viele Würfel ihr werft, und das Attribut sagt euch, welche Würfel am Ende Erfolge zeigen. Wie auch immer eure Attribute aussehen, ist eine 1 immer gut, und eine 10 immer schlecht. Eine 1 ist nicht nur ein Erfolg, sondern der Würfel explodiert zusätzlich und ihr dürft ihn noch mal werfen. Habt ihr hingegen zu viele 10er, habt ihr einen Patzer und müsst mich negativen Konsequenzen rechnen. Es gibt natürlich noch einige Möglichkeiten, eure Proben zu modifizieren, sei es durch besonders günstige oder ungünstige Umstände, oder besondere Eigenarten, die ihr eurem Charakter mitgegeben habt.

Kämpfe

Nicht alle Situationen lassen sich friedfertig durch bedachtes Handeln und kreative Ansätze lösen. Also gibt es selbst​verständlich auch in Endless Horizons Kämpfe. Dabei legt das System ein besonderes Augenmerk darauf, die Kämpfe kreativ und flexibel zu halten. Eure Charaktere müssen keine großen Helden sein, die seit Jahren im Umgang mit dem Schwert geübt sind, um interessante und beeindruckende Kämpfe zu haben. Es gibt keine Kampfmanöver, Tabellen oder Kampfpläne, die ihr beachten müsst. Wenn ihr dran seid, entscheidet ihr, ob ihr angreifen, fliehen, oder euren Bierkrug werfen wollt. Die Regeln unterstützen euch dabei mit konkreten Beispielen und Vorschlägen damit eure Ideen klar und verständlich umzusetzen und am Ende die passenden Würfelwürfe zu machen.

Kämpfe sollen also vor allem spannend sein. Aber sie sind auch gefährlich. Eure Charaktere haben bewusst wenige Schadenspunkte, egal ob in der Ausdauer oder dem Körperlichen. Und das ist volle Absicht, denn ein Dolch zwischen den Rippen ist keine kleine Wunde, die man einfach wegsteckt. Über jedem Kampf schwebt also die Gefahr, dass euer Charakter ernsthaft verletzt werden kann und schon ein einziger Punkt Schaden tut weh.

Magie

Magie ist eine seltsame Macht, die Alles und Jeden durchzieht. Einigen Charakteren ist es vergönnt, diese Macht nach ihrem Willen formen und neu gestalten zu können, egal ob sie diese Fähigkeiten durch lange Studien, angeborenes Können oder ausgiebige Meditation erworben haben.

In Endless Horizons gibt es keine Zaubersprüche, sondern nur sieben Domänen:

Möchte man also einen Zauber wirken, müsst ihr erst einmal kreativ werden: Was genau wollt ihr eigentlich tun? Soll etwas Neues erschaffen, oder doch nur vorhandenes verändert werden? Verändert ihr Materie, oder greift ihr in die Gedanken anderer Charaktere ein? Abhängig davon legt ihr gemeinsam fest, in welcher Domäne der Zauber verortet ist. Der Spielleiter bestimmt dann anhand der Schwierigkeit, welche Stufe der Zauber haben soll. Das Buch unterstützt euch dabei natürlich mit klaren Eckpfeilern und umfangreichen Beispielen.

Wenn euer Charakter die Domäne also hinreichend gut beherrscht, darf er versuchen den Zauber zu wirken und ihr dürft zu den Würfeln greifen. Aber Achtung: keine Macht kommt ohne Opfer und darum würfelt auch der Spielleiter eine Probe und für jeden Erfolg, erleidet euer Charakter Schaden. Je schwieriger der Zauber, desto mehr Würfel.

Alchemie

Viele Geschichten haben magische Gegenstände und alte, mächtige Artefakte. Genau dafür gibt es in Endless Horizons Alchemie. Alchemisten sind oft auf der Suche nach neuen Zutaten und besonderen Gegenständen, die sie in ihrem Schaffen verwenden können. Die sogenannten Emergentia, die sie dabei herstellen sind ebenso vielfältig, wie die Charaktere selbst. Nur die Kreativität der Spielenden und das handwerkliche Geschick des Charakters begrenzen, was möglich ist. Ist die Idee gefasst, müssen Zutaten gesammelt werden, denen die Magischen Essenzen entzogen werden können, um arcane Effekte zu erzeugen. Aber damit ist es nicht getan, denn nur, wenn es eine Hülle gibt, an die die Magie gebunden werden kann, kann sie beständig sein.

Dazu benötigt es auch Tiegel, Kolben und Fläschchen, um die magischen Essenzen zu destillieren und zu konzentrieren. Und seltsamerweise kann Alchemie immer nur dann stattfinden, wenn sie nicht beobachtet wird.

…und Vieles mehr

Natürlich erwarten euch noch weitere Regeln. Von Möglichkeiten Geld im Spiel ohne viel Buchhaltung zu managen, über Schaden und dessen Auswirkungen bis hin zu den Erwählten, die besondere Gaben und Gunst von den Göttern oder Dämonen erhalten. Allen Regeln gemeinsam ist, dass sie eure Geschichte und Charaktere in den Mittelpunkt stellen und euch dazu animieren eigene Ideen auszuspielen. Die Geschichte gehört euch, spielt sie, wie IHR es wollt!